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Die Verschiebung des Säure-Basen-Gleichgewichtes in Richtung sauer zwingt den Körper bei bestimmten Stoffwechselvorgängen, die ein neutrales oder basisches Milieu benötigen, sofort zu reagieren. Ein Großteil der Säuren kann über die Nieren direkt ausgeschieden werden; deren Kapazität ist jedoch begrenzt. Die Ausscheidung über Lymphe und Haut läuft auf Hochtouren. An sich haben die Schweißdrüsen die Fähigkeit, Säuren gut auszuscheiden. Die Haut ist mit den anfallenden Fluten jedoch schnell überfordert. Es bildet sich ein aus eigenen Ausscheidungen bestehendes saures Milieu. Hier können sich Pilze niederlassen bzw. empfindliche Hautpartien reagieren mit Ausschlägen, Hautirritationen und Hautkrankheiten, deren Herkunft sich oft scheinbar nicht nachvollziehen läßt. VerätzungNach Möglichkeit werden die verbliebenen Säuren in verschiedenen Organen und Geweben deponiert, was allerdings nur für geringe Mengen vorübergehend möglich ist. Bei sehr starken akuten Säureschüben scheitern alle Versuche des Körpers sich der Säuren zu entledigen und es kommt zu direkten Verätzungen, schlimmstenfalls zu Zerstörungen von Zellen und Geweben. Entzündliche Prozesse werden ausgelöst und dauerhaft beeinträchtigte Organfunktionen sind die Folge. EntmineralisierungReichen die Möglichkeiten der Säurepufferung und Säureausscheidung nicht mehr aus, so ist der Körper gezwungen, die anfallenden Säuren zu neutralisieren, um die lebensgefährliche Verätzung der Organe zu verhindern. Diese Neutralisierung der Säuren geschieht über den Verzehr von basenbildenden Mineralstoffen. Sind Mineralstoffe im Stoffwechsel nicht ausreichend vorhanden, da sie in der Nahrung fehlen, oder über eine unzureichende Darmtätigkeit nicht aufgenommen wurden, muß sich der Körper seiner eigenen Mineralstoffdepots bedienen. Diese werden gemäß ihrer Wichtigkeit für die Körperfunktion nacheinander geleert; es beginnt bei dem Haarboden, geht weiter mit den Fingernägeln, Gefäßen, Sehnen, Zähnen und endet bei den Knochen. Ein stetiger Mineralverlust führt somit zu einem fortwährenden Verfall unseres Körpers. Unser Körper wird regelrecht „ausgelaugt“ und so fühlen wir uns dann auch. VerschlackungSind die Säuren nun durch Mineralien neutralisiert, d.h. die Säure geht mit der durch das Mineral gebildeten Base eine Verbindung ein, haben wir saure Salze vor uns. Diese schwerlöslichen Salze lassen sich schlecht ausscheiden und werden deshalb in verschiedensten Gewebsschichten z. B. Fett- und Bindegewebe und in den Organen deponiert - man spricht auch von "Schlacken". Die Schlacken bewirken, daß das Zellgewebe an Elastizität und Membrandurchlässigkeit verliert; der feste Bestandteil einer Zelle wächst und ihre Funktionalität und Erneuerungsfähigkeit sinkt, nicht selten kommt es zur Steinbildung. Bei der Einlagerung der Schlacken bedient sich der Körper wieder der Hierarchie; nicht lebensnotwendige Gewebe und Organe werden zuerst mit Schlacken gefüllt. Zunehmende Verschlackung bildet somit die Grundlage für vielerlei Funktionsstörungen, ist Ausgangspunkt für chronische Leiden und die sich daraus manifestierenden Krankheitsbilder. Zurück bleibt ein mineralstoffverarmter, ausgelaugter Körper, überfüllt mit jahrzehntelangen „Müllablagerungen“. Haarverlust durch Entmineralisierung beim MannDer Mann ist von Anfang an gezwungen seine nicht ausscheidbaren Säureüberschüsse zu verstoffwechseln, da er über kein Säuredepot wie die Gebärmutterschleimhaut der Frau besitzt. Der einfachste Weg der Verstoffwechselung ist die Säureneutralisierung im Haarboden. Hier sind reichlich Mineralien vorhanden, die über ihre basische Wirkung die Säuren zu Salzen binden. Die Mineraldepots werden nachhaltig geleert und damit dem Haarfollikel die Wachstumsgrundlage entzogen. Schütterer Haarwuchs und Glatzenbildung sind die Folge. Direkter Haarausfall kann vielerlei Ursachen haben, aber verkümmertes bis ausbleibendes Wachstum der Haare ist maßgeblich auf die Entmineralisierung des Haarbodens zwecks Säureneutralisierung zurückzuführen. Ist das Mineralangebot im Haarboden erschöpft erfolgt der Mineralverzehr bei den Zähnen, Sehnen und Knochen. Zurück bleibt ein haar- und zahnloser alter Mann mit weichen Knochen und gebeugter Haltung. Vielleicht sagen sie jetzt „Aber mein Opa hat geraucht, Kaffee und Wein getrunken und ist mit vollem Haar über achtzig Jahre alt geworden!“ - Stimmt ! Es kommt auf die Konstitution an. Sind die Mineraldepots reich gefüllt, assimiliert der Darm Vital- und Mineralstoffe sehr effektiv, funktioniert die Ausscheidung optimal und hat ihr Opa eine ausgleichende basische mineralreiche Ernährung zu seinen Genüssen, so kann der Körper die Übersäuerung kompensieren. Es ist also auch eine Frage der Konstitution und des Ausmaßes der Säurebelastung, ob sich die Übersäuerung in ihrer Symptomatik zeigt. Cellulite-Bildung durch Verschlackung bei der FrauDie Frau ist in der Lage, neben den Säurepuffern Blut und Lymphe die Gebärmutterschleimhaut als Zwischenlager für Säuren zu nutzen. Während sie hier erhebliche Mengen an Säuren deponiert, ist sie nicht gezwungen die anfallenden Säuren durch Mineralverzehr zu neutralisieren; ihr bleiben dadurch ihre Mineraldepots weitestgehend erhalten. Erst wenn die Kapazität der Gebärmutterschleimhaut erschöpft ist, bildet die Frau durch Säureneutralisierung Schlacken und lagert diese in ihren schnell verfügbaren Depots von Hüfte, Gesäß, Oberarm und Oberschenkel ab; man spricht dann von Cellulite oder der sogenannten „Orangenhaut“. Die Frau ist nicht gewohnt die Schlacken stetig und langsam in die verschiedenen Gewebsschichten zu verteilen, wie der Mann, der permanent Schlacken entsorgen muß. Da die Kapazität des Säurepuffers der Gebärmutterschleimhaut gegen Ende des Zyklus erschöpft ist, steigt die Säurebelastung kurz vor der Monatsblutung sehr stark an. Die bekannten prämenstruellen Beschwerden wie Migräne, Empfindlichkeit, Kopfschmerzen und Gereiztheit sind direkte Symptome der akuten Übersäuerung. Durch die Monatsblutung werden die in der Gebärmutterschleimhaut deponierten Säuren ausgeschieden; die Cellulite-Schlacken bleiben jedoch im Gewebe zurück. Bei ausbleibender Monatsblutung stellt sich die Frau auf eine stetige Verstoffwechselung der Säuren ähnlich der des Mannes ein und erlebt nun auch den dadurch bedingten Mineralverlust mit zeitlicher Verzögerung. Die Cellulite-Depots wachsen weiter. Zusammenfassend gesagt, ist die Überernährung mit mineral- und energiearmen Nahrungsmitteln die Ursache einer stetigen Übersäuerung. Auf diese wird mit mineralstoffverzehrender Verschlackung reagiert, die in zunehmenden Maße die Zell- und Organfunktionen stört. |
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