Übersäuertes Bindegewebe und die Folgen


Verdeutlicht man sich die zentrale Schlüsselrolle des Bindegewebes, so wird deutlich, daß jede Störung und Beeinträchtigung weitreichende Folgen für jede Zelle und den gesamten Organismus hat. Ein in seiner Funktion gestörtes Bindegewebe kann auch Immun-, Nerven- und Hormonsystem beeinträchtigen (H. Heine).

Behinderung des Stoffaustausches – Funktionsverlust und Alterung

Das durch Übersäuerung und Übereiweißung verschlackte und verdichtete Bindegewebe („Gelzustand“) bewirkt eine Behinderung von Diffusion und Osmose im Gewebe, die Permeabilität der Basalmembran ist herabgesetzt, das Blut ist verdickt. In diesem Zustand sind die gesamten Transport- und Austauschvorgänge im System beeinträchtigt. Es entsteht eine Unterversorgung der Zellen und Organe mit Nährstoffen, Sauerstoff, Wasser, Energie (Glucose) etc., der Abtransport von Abbau- und Stoffwechselprodukten ist verringert. Wird dieser Zustand chronisch, erleiden die Zellen Mangel und verlieren ihre Funktions-und Lebensfähigkeit, die biologische Aktivität und Vitalität sind herabgesetzt. Im schlimmsten Fall besteht die Gefahr der Zellentartung oder des Zelluntergangs bzw. der Nekrose. Aus diesem Zustand heraus enstehen chronische und degenerative Erkrankungen, die Selbstheilungskräfte und selbstregulierenden Kräfte des Körpers sind stark beeinträchtigt und Altersprozesse beschleunigen sich.

Umstellung auf anaerobe Energiegewinnung - Zellübersäuerung

Insulinmoleküle sind aufgrund ihrer Größe schnell von Diffusionseinschränkungen betroffen, d.h. sie gelangen nicht mehr ohne weiteres an und in die Zelle, wo sie zur Glucoseverstoff-wechselung zur Energiegewinnung benötigt werden. Die Zelle stellt in diesem Fall auf einen Reserve-Energiestoffwechsel um, auf die anaerobe Energiegewinnung. Hierbei wird Glucose ohne Sauerstoff und Insulin verstoffwechselt. Durch Gärungsprozesse entsteht Milchsäure als Endprodukt, bei zusätzlichen Abbau von Fetten/Eiweißen werden weitere saure Stoffwechselprodukte gebildet, die nun jedoch nur schlecht oder gar nicht abtransportiert werden können. Die Azidose verstärkt sich.

Muskel-Schmerzen

Der Anstieg der Azidose und der Schlacken im Gewebe bewirkt eine Reizung der sensiblen Nervenenden im Binde- und Muskelgewebe. Dies zeigt sich z.B. in der Skelettmuskulatur als Rückenschmerzen, als Rheuma- oder Fibromyalgieschmerz, oder als Muskelschmerz am Herzen (Angina Pectoris).

Bluthochdruck

Durch die reflektorische Engstellung von Gefäßen wird der Blutdruck erhöht, um über den somit erzeugten erhöhten Diffusionsdruck wichtige Nährstoffe durch das verschlackte Gewebe und die verdickte Membran an und in die Zellen zu bringen. Bei einer Verdickung der Basalmembran des Nierengewebes kann es zu renalem Bluthochdruck kommen.

Cellulite

Bei der Frau werden Schlacken und Nährstoff-Speichermoleküle gerne in den Oberschenkeln, Bereich Gesäß und in den Oberarmen deponiert. Hier hat das Gewebe eine spezifische Struktur. In Verbindung mit Wassereinlagerung wird das Gewebe schwammig, es zeigt sich das bekannte Erscheinungsbild der Cellulite. Weitere Erläuterungen siehe unter dem Thema Cellulite.

Auto-Immunreaktionen

Bei Überangebot speziell an Eiweißen und Überlastung des Systems kann es zur Entstehung von Eiweißkomplexen kommen, an die Fremdstoffe gebunden sind. Z.B. Umweltgifte, Bakterien- oder Virenfragmente bzw. deren Toxine, Antigen-Antikörper-Komplexe etc. können sich an körpereigene Eiweiße binden. Der Körper erkennt diesen Eiweißkomplex nicht mehr als ‚eigen’ und antwortet mit einer Immunreaktion (Autoimmunkrankheiten).

Rheuma

Die Ursachen von Erkrankungen des rheumatischen. Formenkreises können multifaktoriell sein und sind oft schwer bestimmbar, sie bedürfen medizinischer Abklärung. Sehr oft ist jedoch eine vorliegende latente bis manifeste Gewebsazidose mitauslösender und mitbegleitender Faktor, in der Erfahrungsmedizin ist dies seit langem beobachtet und beschrieben. Ein in seiner Funktion gestörtes Bindegewebe hat negative Auswirkungen auf alle Stoffaustauschprozesse, sowie regulativen Vorgänge und Selbstheilungskräfte des Körpers – siehe auch dieAusführungen unter Bindegewebe.

Bei zunehmender Säurebelastung des Körpers bzw. des Bindegewebes werden vermehrt Säuren und Schlacken in Sehnen, Weichteilen, Muskelgewebe und Gelenken abgelagert, z.B. Finger-/Handgelenke, Ellenbogen, Knie- und Sprunggelenke, ihre Funktionen sind nun eingeschränkt.  Eine Reizung der Nervenenden durch Säuren bewirkt unspezifische Schmerzzustände. Zusätzlich können entgleiste Stoffwechselvorgänge, z.B. bei Verstoffwechselung und Ablagerung von Eiweißen, zu Autoimmun-Reaktionen führen.

 


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